Nachdem ich in den letzten Monaten viele Auswanderer zu Ihren Erfahrungen interviewt habe, möchte ich auch endlich mal interviewt werden und habe mir daher ein paar Fragen an mich selbst ausgedacht. Nee, habe ich nicht.

Die Fragen hat sich Michael Omori Kirchner ausgedacht, der den erfolgreichen Fotografieblog http://www.fotografr.de betreibt und der mit seiner Aktion Fotografie-Blog-Bühne weniger bekannten Fotografieblogs die Chance gibt, sich vorzustellen. Und ich fühlte mich angesprochen.

Hier nun also meine Antworten auf Michaels Fragen:

ich blogge seit…

…Anfang 2012. Angefangen habe ich, kurz nachdem Tim und ich nach Mexiko-Stadt gezogen sind.

hühnchenfleischverkäufer auf dem mercado de la merced, mexiko-stadt

hähnchenfleischverkäufer auf dem mercado de la merced, dem größten markt in mexiko-stadt |
aufgenommen mit einer analogen spiegelreflexkamera mit 50mm-objektiv

 

ich habe angefangen zu bloggen, weil…

…ich zeigen wollte, wie schön Mexiko-Stadt ist, eine der am meisten unterschätzten Städte der Welt. Das Bloggen war für mich aber auch ein Anlass, die Kamera wieder öfter hervorzuholen, mal einen Fotokurs zu machen, dazuzulernen. Ich merkte, dass das Fotografieren mir noch mehr Spaß macht als das Schreiben, und dass Fotografieren einfach mein allerliebstes Hobby ist. Somit ist die Qualität der Fotos in diesem Blog – hoffe ich zumindest – immer besser geworden, und neben Fotogalerien wird es hier künftig auch Tipps für das Fotografieren auf Reisen und Interviews mit Reisefotografen geben. Und da wir in Mexiko wohnen, natürlich weiterhin viele bebilderte Reiseberichte aus diesem wunderschönen Land.

mein fotografischer schwerpunkt ist…

…ganz klar die Reisefotografie. Ein vielfältiges und herausforderndes Genre. Besonders, wenn man ein Langschläfer ist und trotzdem beim goldenen Sonnenaufgangslicht fotografieren möchte. Aber auch, weil man als Reisefotograf ein Alleskönner sein muss: Architektur, Landschaften, Porträts, Essen, Straßenfotografie… Ganz besonders am Herzen liegt mir dabei das Einfangen von Momenten, sei es ein herzliches Lachen oder eine schöne Lichtstimmung.

fotografie bedeutet für mich…

…die Welt bewusst wahrnehmen. Mich ganz auf etwas konzentrieren. Kreativ sein. Neue Sichtweisen suchen. Gleichgesinnte kennen lernen und von ihnen lernen.

wir zeigen dir… noch wenig bekannte reiseziele (sierra tarahumara im norden mexikos)

kirche in der sierra tarahumara im norden mexikos,
einer sehr gebirgigen und schwer zugänglichen gegend

 

meine fotografischen vorbilder sind…

Ich habe kein bestimmtes Vorbild, es gibt aber eine Reihe von Reisefotografen, deren Arbeiten ich mir gerne anschaue. Dazu gehören Sebastião Salgado und David duChemin.

wenn ich das budget für eine vierwöchige foto-reise gestellt bekommen würde, …

…würde ich mich zwischen zwei Herzensprojekten entscheiden, für die ich gar nicht oder zumindest nicht sehr weit verreisen müsste:

Erstens: Eine Reportage über (fast) alle Stadtteile in Mexiko-Stadt. Die Stadt ist riesig, und die vielen Stadtteile sind unglaublich unterschiedlich und haben alle ihren eigenen Charakter. Ein Porträt also einer der größten und vielseitigsten Städte der Welt.

Zweitens: Eine Reportage über Nicaragua, ein Land, das vielen fast unbekannt ist und das für mich, seit ich vor 14 Jahren zum ersten Mal dorthin gereist bin, ein ganz besonderes Land ist. Mittlerweile war ich schon ungefähr 10 Mal dort und habe sogar meine Hochzeitsreise in Nicaragua verbracht. Vulkane, riesige geschützte Regenwaldgebiete, die erste von Europäern gegründete Stadt auf amerikanischem Boden (Granada), die weltgrößte Vulkaninsel in einem Süßwassersee (Ometepe), der größte Markt Mittelamerikas (in der Hauptstadt Managua), zwei wunderschöne Karibikinseln abseits des Massentourismus und sehr warmherzige, offene Menschen – all das gibt es in Nicaragua, und ich hätte gerne die Zeit, dieses Land zu porträtieren.

verkleideter mann in einem dorf in oaxaca am tag der toten

ein mann in einem dorf in oaxaca, im süden mexikos,
verkleidet sich für die feierlichkeiten zum tag der toten

 

wenn ich eine beliebige person vor meine kamera bitten dürfte, wäre das…

Es gibt keine bestimmte Person, die ich gerne fotografieren möchte. Ich freue mich immer sehr, wenn Menschen, die ich unterwegs treffe, mir erlauben sie zu porträtieren.

wenn ich einen einsteiger für die fotografie begeistern wollte, würde ich als erstes…

…mir anschauen, welche Einstellungen man an seiner Kamera vornehmen kann. Bei vielen Kompaktkameras kann man viel mehr einstellen (Blendenautomatik, Zeitautomatik) als man denkt. Und das Argument, man bräuchte erst mal eine bessere Kamera, um fotografieren lernen zu können, gilt meist nicht. Dann würde ich kurz den Zusammenhang zwischen ISO, Blende und Belichtungszeit erläutern und mit dem Interessierten einen kleinen Fotospaziergang machen, während dem wir unterschiedliche Einstellungen an seiner Kamera ausprobieren und über einige Grundsätze der Bildgestaltung sprechen.

flagge_im_auto_vinales_kuba

kuba – ein auto im dorf viñales

noch mehr bilder aus kuba findest du in unserem kuba-kalender, den du oben rechts kostenlos herunterladen kannst!

 

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